Positive Nachrichten aus Japan und Deutschland.
Japan:
Investitionsoffensive genehmigt: Die japanische Regierung hat für das soeben begonnene Jahr (Fiskaljahr 2026) ein massives Budget von ca. 630 Milliarden Yen (ca. 4 Mrd. Euro) für die Halbleiterfertigung freigegeben. Der Löwenanteil fließt in das Vorzeigeunternehmen Rapidus, um die Massenproduktion von 2nm-Chips bis 2027 abzusichern.
Wiedergeburt der Chip-Nation: Japan festigt seine Position als stabiler globaler Hub. Branchenberichte von heute betonen, dass japanische Zulieferer mittlerweile über 90 % Weltmarktanteil bei Photoresisten halten, was die strategische Bedeutung des Landes für die weltweite Computerproduktion (einschließlich Linux-Server und KI-Infrastruktur) untermauert.
Open-Source KI: Das japanische Startup Cinnamon AI erfährt zum Jahresstart viel Zuspruch für sein Open-Source-Projekt „Kotaemon“ welches mit Python-Code angepasst oder erweitert werden kann. Es handelt sich um ein anpassbares RAG-UI (Retrieval-Augmented Generation), das Unternehmen hilft, Dokumente lokal und sicher zu verarbeiten – ein wichtiger Beitrag zur Souveränität jenseits proprietärer Cloud-Modelle.
RAG bedeutet soviel wie Vektorsuche (für semantische Ähnlichkeit), Volltextsuche (Keyword-basiert, für präzise Treffer), Re-Ranking (Die Ergebnisse werden nach Relevanz neu sortiert). Dabei gibt es volle Unterstützung für Ollama und llama-cpp-python. Das ermöglicht einen komplett lokalen Betrieb (Datenschutz/Souveränität), was für sensible Firmendaten entscheidend ist.
Deutschland:
Stabile Lieferketten und Linux-Wachstum
Entspannung am Halbleitermarkt: Der Branchenverband Bitkom vermeldet zum Jahresauftakt eine deutlich verbesserte Lage. Während 2023 noch fast 90 % der Unternehmen Beschaffungsprobleme hatten, hat sich die Situation in Deutschland massiv stabilisiert. Das stärkt besonders den Mittelstand bei der Entwicklung neuer Hardware.
Das „Jahr von Desktop-Linux“: In der deutschen Open-Source-Community herrscht Aufbruchstimmung. Für 2026 wird ein Banner-Jahr für Linux prognostiziert. Faktoren wie die zunehmende „Rustifizierung“ (Sicherheit durch die Programmiersprache Rust) und der Widerstand gegen aufgezwungene KI-Features in anderen Betriebssystemen treiben die Nutzerzahlen in Deutschland nach oben.
Forschungskooperation mit Japan: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die japanische JST haben neue gemeinsame Projekte im Bereich der Nanoelektronik gestartet. Ziel ist es, neue Halbleitermaterialien zu entwickeln, die noch effizienter für zukünftige Computergenerationen genutzt werden können.
Linux & Open Source Spotlight:
Debian & Rust: Die Entwicklergemeinschaft hat bestätigt, dass die Umstellung des Paketmanagers APT auf Rust bis Mai 2026 abgeschlossen sein soll. Das verspricht ein deutlich sichereres Fundament für alle Debian-basierten Distributionen.
Vorschau: Die Vorbereitungen für die Linux-Tage 2026 in Deutschland laufen bereits auf Hochtouren, wobei die Ticketnachfrage so hoch wie nie zuvor ist.